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1. Herren News
Dienstag, 29. Juni 2010 um 16:20 Uhr
Trotz einer 5:1 Führung spielen die Kerpen Barracudas nur 7:7 gegen Velbert

 

Es ist eng in der Tabelle der zweiten Bundesliga Süd. Den vierten und den achten Platz trennen nur drei Punkte und obwohl das Bild, aufgrund der verschiedenen Anzahl absolvierter Spiele etwas verzerrt ist, zeichnet sich ab, dass der Kampf um den Klassenerhalt bis zu fünf Teams lange beschäftigen kann. Nur der RRV Bad Friedrichshall scheint bereits als erster Absteiger festzustehen und das Spitzentrio Assenheim, Heilbronn und Merdingen machen den Aufstieg unter sich aus. Doch dahinter streiten sich fünf Teams um vier Nichtabstiegsplätze. Die beste Position hat dabei die Deggendorf Pflanz, obwohl sie noch hinter den Langenfeld Devils rangiert. Die Devils haben sich durch gute Ergebnisse in den letzten Spielen etwas Luft verschafft, sind allerdings noch nicht komplett aus der Gefahrenzone, weil es ihr Restprogramm in sich hat. Dahinter befindet sich das Trio Velbert (8.), Bernhardswald (7.) und dem aktuell sechsten der Tabelle, den Kerpen Barracudas. Besonders angesichts dieser engen Konstellation wäre ein Sieg des SSK gegen Velbert äußerst wichtig gewesen, doch es sollte anders kommen.

Trainer Solomon Saivanidis musste sein Team mit zehn Feldspielern ins Rennen schicken, weil neben Rafael Rutkowski und Jan Körfgen auch Sandro Kerrutt fehlte. Im Tor machte Torsten Alzinger sein Saisondebüt. Gegenüber stand eine komplette Mannschaft aus Velbert, bei der Oliver Winter im Tor begann. Doch trotz der schlechten Vorzeichen, erwischten die Hausherren einen guten Start. Nach nur 21 Sekunden erzielte Felix Seybold das 1:0 für Kerpen, indem er den Abschluss nach einem Dribbling so lange verzögerte, bis Keeper Winter geschlagen am Boden lag. Danach war Kerpen weiter Feldüberlegen. Im ersten Drittel brachte Velbert lediglich vier Schüsse auf das Tor des SSK. Leider landete auch einer dieser Schüsse im Netz der Kerpener. Nach einem Fehlpass im Aufbau, kam Tobias Mazur über Kevin Heller an den Ball und versenkte ihn zum 1:1. Doch die Barracudas antworteten schnell. In Überzahl legte Kapitän Bundt quer auf Pascal Fontes, welcher per Direktabnahme das 2:1 erzielte, ehe Christian Miltz durch einen Penalty den 3:1 Pausenstand herstellte.

 

Im zweiten Drittel wollte Kerpen mehr. Man merkte den Barracudas an, dass dieses Spiel ein besonders wichtiges war. Dementsprechend war das 4:1 für Kerpen ein „dreckiges Tor", weil Seybold den Rebound nach einem Schuss von Jens Schipplock praktisch ins Tor kämpfte. Beim 5:1 hingegen zeigten die Kolpingstädter feines Kombinationsspiel, als Fontes nach einem Doppelpass mit Seybold den Ball in den Winkel schlenzte. Nun sah Kerpen wie der sichere Sieger aus. Doch was ab der 38. Minute passierte, sollte das Spiel komplett verändern. Zunächst schaffte Markus Winzen den 5:2-Anschluss, ehe Christopher Pickhardt vom Bully-Punkt weg das dritte Tor der Commanders erzielte. Gegentreffer, die auf diesem Niveau eigentlich nicht passieren dürfen. Als Mazur nur zwei Sekunden vor der Sirene das 5:4 erzielte, waren die Gäste endgültig zurück im Spiel.

 

Im letzten Drittel kam die nächste schlechte Nachricht für die Moral des SSK. Thomas Schmalen musste mit Verdacht auf Bänderriss ausscheiden. Dazu waren Markus Schmidt und Jens Schipplock stark angeschlagen. Nun musste Kerpen versuchen mit sieben fitten Spielern und zweien, die auf die Zähne bissen, den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten. Ein Vorhaben, das bereits in der 42. Minute zerstört wurde. Pickhardt erzielte das 5:5, nachdem er einen Barracuda-Verteidiger aussteigen ließ und Alzinger durch die Schoner schoss. Nun war der Einbruch bei den Barracudas vorprogrammiert, doch so leicht gaben sich die Hausherren nicht geschlagen. Besonders der bärenstarke Seybold zeigte in diesem Spiel endlich seine alte Form, die er in dieser Saison so lange gesucht hatte. In vier-gegen-zwei Überzahl brachte er den SSK mit 6:5 in Front, nachdem er von Schipplock in Szene gesetzt wurde. Jetzt entwickelte es sich zu einem wahren Kampfspiel und es ging auf und ab. In der 50. Minute folgte der Ausgleich durch den starken Mazur. Danach verließ der erschöpfte Alzinger sein Gehäuse für Ramian Fathi. Damit machte er es seinem Gegenüber Winter gleich, der bereits im zweiten Drittel von Matthias Schwink ersetzt wurde. Bei den tropischen Temperaturen war es speziell für Torhüter schwer die 60 Minuten durchzustehen. Aber auch für die Spieler wurde es immer schwerer das Tempo hoch zu halten. Dementsprechend häuften sich in den folgenden Minuten die Strafzeiten gegen den SSK und Velbert nutzte dies zur ersten Führung an diesem Tag. In der 54. Minute machte Mazur mit seinem vierten Tor das 6:7. Kerpen schien erschöpft, aber war noch nicht geschlagen. Denn für den Ausgleich benötigten die Barracudas nur sieben Sekunden. Vom Bully am Mittelkreis weg kämpfte sich Seybold zum gegnerischen Tor und erzielte auch seinen vierten Treffer zum 7:7 Endstand.

 

Ein Unentschieden, dass als gerecht angesehen werden kann. Beide Mannschaften machten zu viele Fehler um den Sieg verdient zu haben. Allerdings muss man aufgrund der klaren Führung auf kerpener Seite schon von einem verlorenen Punkt sprechen. Wobei man der Mannschaft zu Gute halten muss, dass sie sich den Punkt trotz diverser Rückschläge erkämpft hat. Nun haben die Barracudas am kommenden Samstag das Rückspiel in Velbert zu bestreiten. Angesichts der Tabellensituation wird diese Partie noch wichtiger. Allerdings mit Blick auf das wachsende Lazarett in Kerpen auch noch schwerer.

 

[T. Reinhart]

 
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